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Magnum Badminton Turnier in Putte (Belgien)
Freitag, 22. April 2005 Für manche schon zum wiederholten Mal wollten wir auch 2005 am 16. Magnum Turnier im belgischen Putte teilnehmen. Abfahrtszeit: 17:00 Uhr am Freitag Pünktlich um
halb sechs fuhren wir bei unseren Mitreisenden zwecks Abholung vor. Nachdem diese ihre diversen Utensilien im Kofferraum verstaut hatten, fiel jemandem ein, dass es doch nicht von Nachteil sei zu einem Turnier eine Sporthose
mitzunehmen. Da ihm dieser Geistesfunke jedoch erst kam, nachdem wir bereits weitere Fahrgäste aufgelesen hatten, musste die Hose per Blitzkurier nach Gehlenbeck gebracht werden. Dennoch konnten wir pünktlich um 18:00 Uhr
unsere Reise antreten. Nach kurzer und teilweise auf Grund von zeitweise defekten Fensterhebern relativ windiger Autobahnfahrt kamen wir bereits gegen 23:00 Uhr in Putte an. Zuerst wurden die Zimmer bezogen, wobei der
Ausdruck Zimmer hier fehl am Platze ist. Vielmehr handelte es sich um eine 10-Personen Luxus-Suite mit individuell einstellbarer Schlafstättendämpfung (je nachdem wie viel Luft man in seine LuMa bekommt) und eigener
Kühlmöglichkeit für isotonische Durstlöscher in unmittelbarer Nähe geräumiger Toilettenbereiche innerhalb eines Sportparks mit dem Charme eines Plattenbaus in Rostocker Neoromantik der späten sechziger Jahre. Zur
Einstimmung auf das am Samstag startende Turnier wurde nach dem Einzug die Sportbar aufgesucht. Allerdings scheiterte das Vorhaben, an dieser Stelle einige Kirschbiere zu konsumieren, an der Engstirnigkeit des Thekenpersonals
bezüglich der Sperrstunde. Auf Grund dieser mangelnden Einsatzbereitschaft musste die weitere Abendgestaltung in der geräumigen Vorhalle der Suite stattfinden. Hier zeigte sich wieder einmal mit wie viel Weitblick einzelne
unserer Mitstreiter diese Auslandsreise bis ins Detail geplant hatten. In weiser Voraussicht der jämmerlichen Arbeitsmoral des belgischen Gastronomiegewerbes hatten Teilnehmer mehrere Flaschen hochprozentigen Rachenputzers
todesverachtend an den belgischen Zollbeamten vorbeigeschmuggelt. Im Verlaufe der Leerung dieser Flaschen kam eine angeregte Diskussion über die taktischen Vorgehensweisen unserer Mannschaften auf. Die Marschrouten waren dabei
höchst unterschiedlich von „wir können hier gar kein Spiel gewinnen“ bis zu „wenn´s läuft wie letztes Jahr werden wir Vorletzter“. Der geneigte Leser erkennt schon hier die hochgesteckten Ziele der Badminton-Abteilung des ISC
bei international besetzten Turnieren. Mitten in diese Taktikbesprechung platzte jäh eine ca. 2,20m große Tulpenknickerin. Trotz der bereits auf Grund der erteilten Einreisegenehmigung nach Belgien vorbestimmten guten Laune
dieser holländischen Turnier-Teilnehmerin konnte man ihr deutlich ansehen, dass sie unserer Gesprächsrunde (und deren Lautstärke) um 2:00 Uhr morgens wenig abgewinnen konnte. Nachdem die Sirene sich wieder in ihre
Schlafgemächer zurückgezogen hatte, wurde die Besprechung fortgesetzt.
Samstag, 23. April 2005 Gegen 6:30 Uhr erfolgte der Weckruf durch das zu diesem Zeitpunkt nicht mehr überhörbare Schnarchen eines Teilnehmers. Diverse Versuche, ihn umzustimmen und allen
Beteiligten noch ein paar Minuten Schlaf zu gönnen, wurden mit weiteren rigorosen Schnarchlauten im Keim erstickt. Nach einem opulenten Frühstück in der Sporthalle mit Brötchen der Vorwoche sowie mit glasierten Apfel- oder
Kirchtaschen des Vormonats wurden die Spielpläne durch die Turnierleitung ausgegeben. Auf den Punkt fit ereilte einige von uns die Hiobsbotschaft erst nach dem Mittagessen aktiv ins Turniergeschehen eingreifen zu können.
Andere wiederum durften bereits um 9:00 Uhr den Gegnern die ersten Bälle um die Ohren hauen. Diejenigen, die deprimiert wieder Platz nehmen mussten (vermutlich, weil die Widersacher bereits vor Spielantritt kalte Füße bekommen
hatten) beschlossen, das Städtchen Mechelen und den dort stattfindenden Großen Markt zwecks Einkauf von diversen Utensilien für die Abendgestaltung zu besuchen. Die Spiele am Samstag verliefen planmäßig und wir hielten uns
meist an die taktischen Vorgaben, die am Freitagabend ausgearbeitet worden waren. Über den Ausgang der Spiele zu berichten, sparen wir uns deshalb an dieser Stelle. Allerdings muss noch auf die von den Gegnern teilweise schon
als Doping bezeichnete Anfeuerung durch den Cha-Cha-Bären, unserem Maskottchen, hingewiesen werden. Dank der geballten Kraft von zwei nagelneuen Duracell-Energieversorgern schaffte es dieser pelzige Geselle durch Stimmgewalt
und swingende Hüften alle vier Mannschaften des ISC über die gesamte Turnierdauer zu motivieren. Nach den teilweise doch recht konditionsraubenden Spielen machten wir uns in Etappen ans Abendessen. Diejenigen, die bereits
morgens gespielt hatten, konnten den sportlichen Teil des Samstages gegen 18:00 Uhr beenden und widmeten sich anschließend dem Abendessen mit Grillen und Trinken. Hier muß man allerdings sagen, dass bei einigen das Grillen
deutlich in den Hintergrund geriet. So war es kein Wunder, das ab ca. 20:00 Uhr jeder, der unser Zimmer betrat oder verließ mit einer Welle von den Anwesenden begrüßt bzw. verabschiedet wurde. Gegen 23:00 Uhr wurde die Runde zu
Gunsten der Party in der Sportbar aufgelöst. Hier zeigte sich der Getränkewirt deutlich entspannter als noch am Vortag und wir kamen in den Genuss einiger Kirschbiere sowie der von uns favorisierten Biermarke Proximus (oder so
ähnlich).
Sonntag, 24. April 2005 In schöner Gewohnheit wurden wir, diesmal allerdings erst gegen 8:00 Uhr, vom vertrauten Geräusch einer menschlichen Motorsäge aus dem Schlaf gerissen. Da bekannt war, das
Beschwerden nicht einmal mit einem müden Lächeln bedacht werden, fügte man sich und ging zum gewohnt reichhaltigen Frühstück mit den frischen Brötchen des Vortages sowie weiterer Apfel- und Kirschtaschen. Erstaunlicherweise
zeigte sich bei einem Blick auf die Spieltabelle, dass einzelne unserer Mannschaften in ihrer Gruppe gar nicht so schlecht platziert waren und durchaus Chancen hatten den letzten Platz hinter sich zu lassen. Angetrieben von
derart hohen Zielen gab man trotz der sich deutlich abzeichnenden Muskel- und sonstigen Kater noch einmal alles in den Sonntagsspielen. Gegen 15:30 Uhr waren dann auch die letzten Spiele absolviert und nach dem Duschen kam
man gerade richtig zur Siegerehrung. Dort passierte dann, womit niemand rechnen konnte. Zwei der ISC-Mannschaften landeten auf dem zweiten Platz ihrer Gruppe und wurden mit Preisen bedacht. So geehrt konnte guten Gewissens
die Heimreise mit dem Gefühl angetreten werden, wieder einmal die Farben des ISC (diesmal auch sportlich) würdig vertreten zu haben.
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