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Sportabzeichen-Wette

Sportabzeichen-Wette

Irgendwo in einem Schwimmbad im Altkreis Lübbecke. Es ist Sonntag, der 22.10. um 11 Uhr. Elf Frauen sitzen im Foyer des Lübbecker Schwimmbades und warten auf die Dinge, die da kommen. Dann ist es soweit. Um Punkt 11 Uhr kommen Peter Klosek und ich im Foyer an. Die ersten Äußerungen waren: „Jetzt kommen die mit ihren schönen Mappen!“ und „Peter, wir hatten schon gehofft, dass du heute nicht kommst!“.
Was sollten diese Äußerungen bedeuten?
Um es zu verstehen, müssen wir einige Monate zurückgehen. Es war der Tag des Human – Kicker – Turniers bei Picker. Im Laufe des Turniers kam es zu einem Gespräch von Peter mit einer von den elf Damen (Anm. des Autors: Name wird an dieser Stelle nicht genannt! Nur so viel: Sie wird das Gespräch nicht mehr vergessen! Nicht wahr, N…?). In dem Gespräch entwickelte sich dann eine Idee, die zum Treffen im sonnigen Oktober führte. Peter schlug vor, dass eine Damenmannschaft das Sportabzeichen machen sollte. Die Gesprächspartnerin war sich nicht sicher und wollte es mit ihrer Mannschaft besprechen. Nach einer Zeit der Beratung schlugen sie ein. Abends wurde dann in der Gaststätte noch eine zweite Mannschaft zur Teilnahme bewegt. Die beteiligten Personen waren sich an dem Abend einig, dass es bestimmt machbar ist. Sie sollten sich noch wundern. In den nächsten Tagen und Wochen wurden Nachforschungen angestellt, was die elf Damen leisten müssen, um das Sportabzeichen zu schaffen. Sie packten den Entschluss, dass sie es irgendwie schaffen werden. Der besondere Anreiz kam dann noch hinzu, als sich unser allseits bekannter Rainer „Schlotti“ Schlottmann zu der Äußerung hinreißen ließ, dass keine von den Damen das Sportabzeichen schaffen würde. Wenn er die Wette verliere, wäre er einmalig bereit, die Funktion des Fensterputzers bei mindestens einem Haus zu übernehmen. Mit dieser Wette hatten unsere Damen ein weiteres Ziel, das sie erreichen wollten. Es wurde ein ausgeklügeltes Trainingsprogramm ausgearbeitet. Bis zu dreimal in der Woche trafen sich die Damen auf dem Isenstedter Sportplatz, um sich auf den einen Tag vorzubereiten. Es gab auch einige Damen, die ein Geheimtraining im eigenen Garten durchführten. In dem zum Beispiel die Kugel durch den Garten gestoßen wurde. (Der Rasen hat es hoffentlich gut überstanden!)
Peter wurde während der Vorbereitungsphase von den neuen Hoffnungsträgerinnen unserer Leichtathletikabteilung zweimal zum Training gebeten. Einmal sollte er die Geheimnisse des Kugelstoßens näher bringen. Wir können froh sein, dass wir keine ernsthaften Verletzungen bei Peter bzw. andere Beteiligten beklagen mussten. (Anm. des Autors: Während des Kugelstoßen immer den gesamten Bereich komplett absperren, damit kein Unbeteiligter in die Quere kommt!) Beim zweiten Training schaute er beim Hochsprung zu und gab den Athletinnen Tipps.
Dann war es soweit. Peter einigte sich mit den Damen auf einen Termin. Es war eben der besagte 22.10. Er wird den elf Damen in Erinnerung bleiben.
Wer wollte an dem Tag das Sportabzeichen machen und damit unseren Rainer zum Fensterputzer machen?
Es waren Petra Blotevogel, Birgit Göttig, Alexandra Spechtmeyer, Angela Nedderhoff – Pott, Nicole Picker, Regina Picker, Maike Picker, Kerstin Oestreich, Nicole Hageböke, Anke Büttemeyer und natürlich gehörte auch Rainer Schlottmanns Frau Dana zu der Runde.
Nach Klärung der Formalitäten, Name und Alter, betraten wir – die elf Sportlerinnen, Peter und ich – das Hallenbad. Im Hallenbad fragten wir, wer von den Damen nur die 200 m schwimmen wollten. Den Anfang machten Nicole Hageböke, Reging Picker, Birgit Göttig und Alexandra Spechtmeyer über 200 m. Da zum Sportabzeichen auch der Ausdauerbereich gehört und man sich in dem Bereich zum Beispiel zwischen 2000 m laufen und 1000 m schwimmen entscheiden kann, nahmen sieben Frauen die Chance war, die 1000 m zu schwimmen. Im Lübbecker Hallenbad bedeutet es, dass die Damen insgesamt 40 (!) Bahnen schwimmen müssen. Da aber für das Sportabzeichen auch die Zeit über 200 m benötigt wird, nahmen wir bei den 7 anderen Sportlerinnen die Zwischenzeit. Alle elf Damen schafften die vorgegebenen Zeiten über 200 m sofort ohne Probleme. Bei den 1000 m teilten Peter und ich die Damen in zwei Gruppen auf, damit das Zählen der Bahnen uns einfacher fiel. In der ersten Gruppe gingen Maike Picker, Nicole Picker, Dana Schlottmann und Kerstin Oestreich. Maike und Nicole Picker sagten vor dem Start, dass sie beide das gleiche Tempo schwimmen würden. Bis zu Beginn der letzten 200 m schwammen beide gleich auf und erst dann konnte sich Maike Picker von ihrer Schwägerin absetzen. Sie benötigte für die Strecke hervorragende 25:40 min. Nicole schlug nach 26:15 min an. Während des Schwimmens wurden den Athletinnen die noch benötigten Bahnen angesagt. Peter fragte Kerstin Oestreich bei der Hälfte der Strecke, ob sie eine Zigarette haben möchte. Sie hätte das Angebot sofort wahrgenommen, aber leider ist das Rauchen im Hallenbad und besonders im Schwimmbecken untersagt. Nach der ersten Gruppe folgten dann noch die letzten drei Sportlerinnen. Im Einzelnen waren es Petra Blotevogel, Angela Nedderhoff – Pott und Anke Büttemeyer. Petra Blotevogel war von den elf Athletinnen die älteste Starterin. Sie war sich schon vorher sicher, dass die 1000 m ihre Paradedisziplin von den gesamten Disziplinen sei. Das zeigte sie dann auch. Sie nahm ihre beiden Mitstreiterinnen bis zu vier Bahnen ab und legte die Strecke in sage und schreibe 28:57 min zurück. Peter und ich waren von dieser, aber auch von den anderen Leistungen im Becken sehr beeindruckt. Petra verriet uns ihr Geheimnis: „Wieso? Ich schwimme doch einmal in der Woche!“ Das erklärt natürlich alles. Auch bei den beiden anderen Schwimmerinnen sagten Peter und ich die Bahnen an. Nach siebenhundertfünfzig Metern ging ich an den Beckenrand und sagte Angela Nedderhoff – Pott, dass sie schon 30 Bahnen geschwommen sei. Mir wurde ein zorniger Blick entgegen geworfen und sie meinte: „Ich habe schon 32 Bahnen!!!“ Sie wollte sich nicht von mir überzeugen lassen. Erst als sie im Becken die „Führende“ Petra Blotevogel fragte, wie viel Bahnen sie hat und ihre Antwort hörte, war sie überzeugt. Mir war nach dem Erlebnis klar, dass die Frauen die Sportabzeichenaktion mit sehr viel Ehrgeiz angingen. Ich sagte jedoch zu Peter, dass ich ihr die Bahnen nicht mehr ansagen würde. Natürlich hat Angela auch die benötigte Zeit mit 30:24 min unterboten. Positiv war auch, dass sich alle Damen gegenseitig angefeuert haben.
Nach der letzten Gruppe ging es wieder ins Foyer des Schwimmbades. Jeder von uns kennt den Ausspruch: „Die Zigarette danach!“ Und die Raucherinnen in der Sportgruppe konnten sich es auch nicht verkneifen. Peter und ich nutzten die Gelegenheit, nach dem anstrengenden ersten Teil uns zu stärken. Unsere Athletinnen erzählten dann, was sie zu Beginn des Tages gefrühstückt haben. Dabei gab es Aussagen von: „Ich habe nichts gegessen!“ bis hin zu: „Ich habe zwei Brötchen und ein gekochtes Ei gegessen. Und auch einen frisch gepressten Orangensaft (Löblich, Löblich!!!) getrunken!“
Nach der Stärkung und der Zigarette danach, ging es auf direkten Weg Richtung Lübbecker Sportplatz auf dem Berg. Der Parkplatz war bei unserer Ankunft schon gut gefüllt. Es hatten  sich zum Leichtathletikteil die Familien unserer Sportlerinnen nach Lübbecke aufgemacht. Der Platz füllte sich im Laufe der Zeit mit einer Vielzahl von Schlachtenbummlern. Unter den Zuschauern war auch unser Wettkandidat „Schlotti“, der prompt von Peter zum Schriftführer ernannt wurde. Zu Beginn wurden die Sprintstrecken gelaufen. Wir entschieden uns, die Athletinnen mit Rückenwind laufen zu lassen. Den Anfang machten die „alten“ Damen, die die 50 m laufen mussten. Bei der Strecke fielen besonders die Leistungen von Regina Picker (8,78 sec) und Alexandra Spechtmeyer (8,94 sec) auf. Nach den „alten“ Damen gingen die Jüngeren an den Start über 75 m. Dabei überraschte Kerstin Oestreich mit einer Zeit von 11,50sec und auch Nicole Hageböke (11,93 sec), die noch von ihrer damaligen Erfahrung vom Leistungskurs Sport am Söderblom profitierte.
Den Athletinnen wurde natürlich keine einzige Leistung gesagt, damit die Spannung bis zum Schluss bleiben würde.
Im Anschluss nach dem Sprintbereich war der Sprungbereich mit Weitsprung angesagt. Die Damen hatten insgesamt drei Versuche, um die vorgegebene Weite zu schaffen. Dabei überzeugten besonders die Landungen von den Damen. Peter meinte nur zu einer Athletin: „Du springst wie ein Häschen!“ Einige Sportlerinnen versuchten sich sogar fast im „Dreisprung“. Eine besondere Weite sprang unser „Küken“ Dana Schlottmann. Sie sprang im letzten Versuch die geforderte Weite von 3,50 m. Da ließ sie sich es auch nicht nehmen, schon ein Schluck vom geöffneten Sekt zu nehmen. Die Frage, die Peter und mir von Nicole Picker gestellt wurde, war: „Muss ich noch die 2000 m laufen? Wenn ja, trinke ich kein Sekt!“ Unsere Antwort war: „Du kannst schon einen Becher Sekt trinken!“ Daraus schloss sie, dass ihre Zeit von den 1000 m Schwimmen im Ausdauerbereich gereicht hätte. Peter meinte: „Nimm den Sekt als Doping!“ Doch sie wollte trotzdem die 2000 m nicht mehr laufen. (Natürlich hatte sie die Zeit im Schwimmen schon unterboten.)
Bevor aber die 2000 m anstanden, ging es noch in den Ring zum Kugelstoßen. Den Anfang machte dabei Petra Blotevogel, die den ersten Schock verdauen musste. „Peter, bist du wahnsinnig! Geh aus dem Weg! Willst du, dass ich einen Herzinfarkt bekomme!“ Peter ließ sich nicht beirren, blieb im Sektor stehen und sagte mit einem Lächeln im Gesicht: „Ich weiß von unserem Training, wie weit ihr stoßen könnt!“ Er musste sich im Verlauf der Disziplin eines Besseren belehren lassen. Nicole Picker stieß die Kugel im letzten Versuch 7,55 m weit. Sie ließ sich von der Weite von Nicole Hageböke anstecken. Nicole H. stieß die Kugel nämlich auf 7,50 m. Ein besonderes Lob bekam aber wie schon beim Weitsprung unser „Küken“ Dana Schlottmann. Im Training kam sie nie über die 6,00 m. An dem Sonntag nutzte sie die Gunst der Stunde. Unter den Augen der gesamten Zuschauer, stieß sie die Kugel auf 7,10 m. Peter musste trotzdem im Sektor bei einer Athletin besonders aufpassen. Bei dem zweiten und dritten Versuch stieß Maike Picker die Kugel in Richtung von Peter. Es war sehr knapp.
Zum Abschluss kam es dann noch für Birgit Göttig, Regina Picker, Alexandra Spechtmeyer und Nicole Hageböke zu den anstrengenden 2000 m. Angela Nedderhoff – Pott versuchte sich gleichzeitig an die 1000 m, da sie die Sprintstrecke wegen Oberschenkelprobleme nicht beenden konnte und die 1000 m als Alternative möglich ist. Leider musste sie schon nach 150 m aufgeben, da die Beine nicht wollten. Unter Beifall der restlichen Sportlerinnen und aller Schlachtenbummler lief Regina Picker einsam ihre Runden und benötigte nur 10:13 min für die fünf Runden. Als Nächste folgte dann Nicole Hageböke (11:02 min) und Alexandra Spechtmeyer (11:30 min) Birgit Göttig lief unter Anfeuerung ins Ziel. Die 1000 m lief sie in 6:13 min und die 2000 m in 12:57 min. Beide Zeiten lagen unter der geforderten Norm.
Damit endete zuerst einmal die Sportabzeichenaktion. Alle Athletinnen waren mit ihren Leistungen bisher zufrieden und es wurde schon direkt danach ein wenig gefachsimpelt. Alle wollten gerne wissen, ob sie es geschafft haben, jedoch mussten sie sich noch bis 17 Uhr gedulden, bis sich unser ganzer Trott bei „Picker“ zur Siegerehrung eingefunden hat. Peter, „Schlotti“ und ich teilten mit, welche Damen das Sportabzeichen schon am Sonntag erreicht haben. Beim ersten Anlauf schafften es Alexandra Spechtmeyer, Regina Picker, Maike Picker, Nicole Picker, Kerstin Oestreich, Nicole Hageböke und Dana Schlottmann. Für unseren „Schlotti“ heißt es schon jetzt, dass er definitiv Fenster putzen darf. Die restlichen Damen einigten sich darauf, ihre fehlenden Disziplinen am darauf folgenden Mittwoch sofort nachzuholen. Am Ende des Abends stand erst einmal der gemeinsame Abschluss der „Sportabzeichenaktion“ und die Gewissheit, dass in der nahen Zukunft keine Kugel angefasst wird. Jedoch schlossen es unsere neuen Topathletinnen unserer Leichtathletikabteilung nicht aus, dass sie es im nächsten Jahr wieder probieren werden, das Sportabzeichen zu machen, da das gemeinsame Training allen Spaß gemacht hat.
Am Mittwoch absolvierte dann Angela Nedderhoff – Pott ihre 75 m und den Hochsprung. In beiden Disziplinen konnte sie die erforderliche Leistung erreichen. Dasselbe galt für Petra Blotevogel, Birgit Göttig und Anke Büttemeyer. Damit schafften alle elf Athletinnen das Sportabzeichen.
Für unsere Leichtathletikabteilung ist es der Beweis, dass wir noch sehr gute Talente in der Hinterhand haben. Von dieser Seite noch einmal herzlichen Glückwunsch für unsere elf „Topathletinnen“.